Was verbirgt sich - aus komplementärmedizinischer Sicht – oft hinter akuten Allergien und vielen chronischen Erkrankungen?

Immer wieder kommen Patienten in die Praxis, die an einer Vielzahl von Allergien leiden. Manche Patienten erzählen, dass Sie inzwischen auf so ziemlich alles allergisch reagieren und sich z.B. nur noch von Kartoffeln und Wasser ernähren. Die Anamnese ergibt dann sehr häufig, dass die ersten akuten allergischen Reaktionen z.B. auf ein oder zwei Pollenarten aufgetreten sind. Im Laufe der Zeit kamen dann immer mehr Allergien hinzu, z.B. gegen Tierhaare, Nüsse, Tomaten, Lebensmittelzusatzstoffe, und, und, und...
Gerade bei diesen Patienten ist es wichtig zu wissen, dass diesen vielfältigen akuten Allergien Grundbelastungen zu Grunde liegen können, die das Immunsystem meist seit längerer Zeit irritieren und überlasten. Eine der wichtigsten Grundbelastungen sind zentrale, maskierte Allergien.

Dr. Schumacher schreibt in seinem Buch „Biophysikalische Therapie der Allergien", dass (bei erbmäßig meist stark belasteten Patienten) zentrale Allergien oft schon in früher Kindheit entstehen und zwar durch Sensibilisierung gegen ein, in der Regel täglich zugeführtes Grundnahrungsmittel oder gegen eine Substanz, die dauernd im Körper vorhanden ist (z.B. Candida – ein Hefepilz – bei einer chronischen Belastung des Darms.

Durch den häufigen oder dauernden Kontakt mit dem Allergen sind die Erscheinungen fast immer maskiert, d.h. ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Symptomen und Allergen ist meist nicht erkennbar. Maskierung einer Allergie bedeutet, dass Art und Ausmaß der Krankheitserscheinungen in keinem Zusammenhang mit der Zufuhr des Allergens stehen.

Die bei weitem wichtigsten Auslöser zentraler, maskierter Allergien sind in unseren Breitengraden derzeit Kuhmilch und Weizen. Das sind praktisch die Nahrungsmittel, die jeder von uns von frühester Kindheit an in irgendeiner Form täglich zu sich nimmt.

Dementsprechend häufig sind auch die durch sie verursachten Krankheitsbilder. Doch leider ist durch die Maskierung der Allergien die tatsächliche Ursache der Krankheitserscheinungen nicht ohne weiteres erkennbar. Es kommt also nicht unmittelbar zu einer Verschlechterung der Krankheitssymptome (beim Neurodermitiker z.B. der Hauterscheinungen), wenn z.B. der Milchallergiker besonders viel Käse oder andere Milchprodukte isst oder der Weizenallergiker im Urlaub vorwiegend von Teigwaren lebt. Deshalb wird hier von einer Maskierung der Allergie gesprochen.

Eine zentrale, maskierte Allergie ist ein schwerer Dauerbelastungszustand, ein Dauerstress für das Immunsystem. Die Schwere der Krankheitserscheinungen ist davon abhängig, wie weit es dem Organismus gelingt, den allergischen Dauerstress zu kompensieren. Irgendwann ist der Kompensationsmechanismus überlastet und bricht zusammen, vor allem wenn weiter Belastungen körperlicher oder seelischer Art hinzukommen.

So ist eine zentrale, maskierte Allergie häufig die Basis für die Entwicklung weiterer akuter Allergieformen. Und gerade bei Multiallergikern (also Menschen mit zahlreichen Allergien gegen verschiedenste Substanzen) hat die Erfahrung gezeigt, dass diesen akuten Allergien eine zentrale Allergie gegen ein Grundnahrungsmittel zu Grunde liegt. Dies kann mit Hilfe des BICOM Gerätes schnell und schmerzlos getestet werden.

Für eine erfolgreiche Therapie von Multiallergikern ist es wichtig, die zentrale Allergie zu beseitigen.

Der Mechanismus bei Multiallergikern lässt sich mit dem Bild eines Zuges vergleichen. Die Lokomotive ist die Grundbelastung – fast immer eine oder auch mehrere maskierte Allergien. Diese führt zu einem allergischen Dauerstress für den ganzen Organismus und an die Lokomotive hängen sich im Laufe der Zeit Waggons an – die akuten Allergien.
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Manche Patienten kommen mit sehr, sehr langen Zügen in die Praxis. Diese stellt Therapeuten vor eine große Herausforderung. Wichtig ist es, zuerst die Lokomotive abzukoppeln, indem die zentrale Belastung sorgfältig therapiert und beseitigt wird. Dann werden die noch übrig gebliebenen „Waggons" therapiert.

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